Denn sie wissen, was sie wollen

Schwere Waffen für einen langen Krieg

Die NATO will jetzt offiziell das umsetzen, was sie von Anfang an angekündigt hat: einen langen Abnutzungskrieg gegen Russland auf dem Territorium der Ukraine.

Deswegen schickt sie Waffen ohne Ende, schwere wie leichte, große wie kleine.

Eine Kriegschronik.

Foreign Affairs, 25. Februar 2022:

Zitat:

Weiter:

Und weiter:

27. Februar 2022, auf Twitter:


Politico, 1. März 2022, 4.41 AM:

Zitat:

Stellen Sie sich eine Schlagzeile aus dem Januar 2032 vor, wenn Sie so wollen. Sie lautet: „Waffenstillstand zwischen den Kriegsparteien in der Ukraine unterzeichnet, Ende der 10 Jahre andauernden Kämpfe um die Kontrolle von Kiew.“

Da der Krieg Russlands gegen die Ukraine weiter eskaliert, ist ein solcher Zeitplan weder unmöglich noch pessimistisch. Vielmehr ist dies der wahrscheinlichste Weg für die Ukraine, einen langwierigen Kampf mit Russland zu gewinnen, und dieser Sieg wird nur möglich sein, wenn die NATO-Mitglieder den Widerstand gegen eine russische Besetzung kontinuierlich unterstützen.

CBS News, 1. März 2022, 4.40 PM:

Zitat:

Mathias Döpfner in der BILD, 4.3.2022:

Zitat:

Die ersten Wochen des Krieges vergehen, ein Guerilla-Krieg entwickelt sich vorerst nicht. Vielmehr leistet die ukrainische Armee auf konventionellem Weg erbitterten Widerstand.

Die Stimmung heizt sich auf, es kommt zum vermeintlichen Massaker von Butscha.

Stimmen wie diese werden immer lauter:

ZDF, 11.4.2022.

Nach sechzig Tagen Krieg ist die Zeit reif, offiziell das anzukündigen, was ganz offensichtlich von Beginn an das Ziel war: eine Schwächung Russlands über einen Stellvertreterkrieg in der Ukraine.

Washington Post, 25. April 2022:

Zitat:

Die Vereinigten Staaten hoffen, dass der Krieg in der Ukraine zu einem „geschwächten“ Russland führen wird, das nicht mehr in der Lage ist, in seine Nachbarländer einzumarschieren, sagte Verteidigungsminister Lloyd Austin am Montag – eine Verschärfung der Rhetorik gegenüber Moskau, während sich der Konflikt in seinen dritten Monat hineinzieht.

„Wir wollen, dass Russland so weit geschwächt wird, dass es die Dinge, die es bei der Invasion der Ukraine getan hat, nicht mehr tun kann“, sagte Austin.

Die FAZ folgt diesem Narrativ. 27. April 2022:

Zitat:

8. Mai 2022: NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg legt in der Welt am Sonntag nach. Nun wissen wir endgültig Bescheid:


Zitat:

Wir müssen leider auf einen langen Krieg in der Ukraine vorbereitet sein, der Monate oder gar Jahre dauern kann. Auf lange Sicht kann die Ukraine ihre Verteidigung nicht nur mit Waffen, die noch aus der Ära der Sowjetunion stammen, durchführen, sondern sie muss zu modernen Waffen übergehen. Nur so kann Kiew die russische Invasion erfolgreich abwehren. Die Ukraine benötigt dringend weitere schwere Waffen, der Westen sollte seine Lieferungen intensivieren, noch mehr tun und sich auf ein langfristiges Engegament vorbereiten.

Das Ziel der ganzen Aktion hatte Emily Haber, deutsche Botschafterin in Washington, bereits am 25. Februar 2022 formuliert:


Mein Kommentar dazu:

AFP, 1.5.2022.

Selbst wenn die ukrainischen Soldaten ausgelaugt sind und ihre Regierung darüber nachdenken sollte, mit Russland zu verhandeln, scheint das kaum noch möglich.

Die Sache liegt nicht mehr in der Hand der Ukraine, vielleicht war das nie der Fall.

So gesehen ist sie kein souveräner Staat, obwohl das rauf und runter proklamiert wird:

Agnieszka Brugger, Partei Die Grünen.

Hier ist ein aufschlussreiches Zitat aus der Washington Post (5. April 2022), aus dem hervorgeht, dass die NATO diesen Krieg unbedingt verlängert sehen will, zur Not gegen den Willen der Ukraine:

Die Ukrainer sind (..) in einen umfassenderen Kampf für Europa verwickelt, so die NATO-Führung.

„Ich hoffe, sie werden hart wie Stahl sein. Ich unterstütze maximale militärische Unterstützung und maximale Sanktionen“, sagte der lettische Verteidigungsminister Artis Pabriks in einem Interview. „Russland muss verlieren und die Verbrecher sollten vor Gericht stehen.“

Selbst ein ukrainisches Versprechen, nicht der NATO beizutreten – ein Zugeständnis, das Zelensky öffentlich ins Spiel gebracht hat – könnte einigen Nachbarn Sorgen bereiten. Das führt zu einer unangenehmen Realität: Für einige in der NATO ist es besser, wenn die Ukrainer weiter kämpfen und sterben, als einen Frieden zu erreichen, der zu früh kommt oder zu einem zu hohen Preis für Kiew und das übrige Europa.

„Viele von uns wollen, und das ist absolut menschlich, dass der Krieg so schnell wie möglich beendet wird, dass die Menschen nicht leiden und nicht sterben und dass es keine Bombardierungen gibt“, sagte ein hochrangiger europäischer Diplomat, der wie andere unter der Bedingung der Anonymität sprach, um offen über sensible Sicherheitsfragen zu sprechen.

„Wir befinden uns in einem unglücklichen Dilemma. Das Problem ist, dass Russland, wenn es jetzt aufhört, eine Art Zeit hat, sich neu zu formieren, und es wird unter diesem oder einem anderen Vorwand wieder anfangen. Putin wird seine Ziele nicht aufgeben.“

Richard Haass, Präsident des Council on Foreign Relations, eine Institution, die maßgeblich für die Entwicklung und Formulierung amerikanischer Außenpolitik zuständig ist, hat dazu folgendes zu sagen:

Die Ziele des Westens werden unweigerlich von den Geschehnissen vor Ort beeinflusst werden, aber die Geschehnisse vor Ort sollten diese Ziele nicht bestimmen; vielmehr sollten die politischen Ziele das beeinflussen, was vor Ort angestrebt wird.

Sicherlich haben die Ukrainer jedes Recht, ihre Kriegsziele zu definieren. Aber das gilt auch für die Vereinigten Staaten und Europa.

Obwohl sich die Interessen des Westens mit denen der Ukraine überschneiden, sind sie umfassender, einschließlich der nuklearen Stabilität mit Russland und der Fähigkeit, die Entwicklung der iranischen und nordkoreanischen Atomprogramme zu beeinflussen.

Anders gesagt: Die Ukrainer können gerne anmelden, was sie wollen. Entschieden wird woanders.

Wenn es den „politischen Zielen“ des Westens entgegenkommt, dass der Krieg beendet wird, dann wird es wohl geschehen.

Wann wird dieser Zeitpunkt gekommen sein? Wahrscheinlich wird es noch Jahre dauern.

Denn sie wissen, was sie wollen. Und sie wussten es von Anfang an.

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